Per Mitfahrzentrale lernt der Filmjournalist Stephan Moireau die Französin Suzanne kennen. Ihr widersprüchliches Wesen fasziniert ihn und je besser er sie kennenlernt, desto mehr versucht er, hinter ihr Geheimnis zu kommen: denn in ihrem Leben scheint es einen Bruch gegeben zu haben, der einen Schatten auf die einstmals unternehmungslustigen, selbstbewußte Frau legte.
Nach einer Phase des Kennenlernens – der Kristallisation, wie Stendhal die Verzauberung einmal genannt hatte – erzählt Suzanne ihm von ihrer Vergewaltigung, die ein paar Jahre zurückliegt. Je mehr Stephan versteht, wie dieses Ereignis ihr Leben beeinflußt hat, desto größer wird seine Wut auf den Vergewaltiger, den auf Korfu lebenden Künstler Bertrand Larbaud.
Er beschließt auf die Insel zu reisen und Larbaud zur Rede zu stellen. Larbaud jedoch ist anders, als Stephan es sich vorgestellt hat. Mehr und mehr gerät er selbst in den Bann dieses Mannes und schließt am Ende gar Freundschaft mit ihm. Nur allmählich gelingt es Stephan, hinter Larbauds Lebenslügen zu schauen und ihn zu demaskieren. Doch zu diesem Zeitpunkt hat Stephan bereits am eigenen Leibe erfahren, daß eine naive Einteilung in gute und schlechte Menschen nicht funktioniert.
Der Roman folgt Descartes in seinem im „Diskurs über die Methode” beschriebenen Weg zu einer tieferen Erkenntnis der Ethik: Dessen erstes Prinzip lautet, den Moralvorstellungen der Gesellschaft zu folgen. Von der Richtung, die er einschlägt, so sein zweites Prinzip, will er bis zum Ziel nicht mehr abweichen, selbst wenn deren Wahl nur auf einem Zufall beruhte. Sein „drittes Prinzip war, stets zu versuchen, lieber mich zu besiegen als das Schicksal und lieber meine Wünsche als die Ordnung der Welt zu verändern und ganz allgemein mich an die Überzeugung zu gewöhnen, dass nichts gänzlich in unserer Macht steht als unsere Gedanken.”
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